Aufgaben des Tierschutzes

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Wie und wofür Vereine und Privatpersonen hart arbeiten

 

Alex S - Aufgaben des Tierschutzes HundWas ist Tierschutz überhaupt?

Der Tier­schutz beschäftigt sich mit allen Aspek­ten, die Tiere betr­e­f­fen. Tiere wer­den zum Verzehr, für die Arbeit, als Lebens­be­gleit­er und Ver­such­sob­jekt geschätzt und genutzt. Der Tier­schutz ver­sucht, den Tieren trotz dieser vielfälti­gen Nutzung durch den Men­schen zu einem art­gerecht­en und möglichst lei­d­freiem Leben zu ver­helfen.

Aufgaben eines Tierschutzvereins

Tier­schutzvere­ine sind unter anderem dazu da, Men­schen über die opti­male Hal­tung ihrer Tiere zu berat­en und aufzuk­lären, ob im Pri­vathaushalt das Heimti­er oder in der Land­wirtschaft das Nutzti­er. Tier­schützer wis­sen meis­tens Rat und helfen ehre­namtlich, da es ihnen wichtig ist, dass die Tiere nicht lei­den und gut gehal­ten wer­den. Dieser ide­ol­o­gis­che Aspekt des Tier­schutzes sowie die Aus­dauer der Ehre­namtlichen ist nicht zu unter­schätzen. Lei­der wer­den nicht alle gut gemein­ten Ratschläge angenom­men und umge­set­zt. Trotz­dem geben die Tier­schützer nicht auf und machen weit­er, da es immer noch Men­schen gibt, die guten Willen zeigen und Ratschläge umset­zen.

Der Tier­schutz hat sich nicht nur die Beratung in Sachen Hal­tung zur Auf­gabe gemacht. Einige Vere­ine nehmen Tiere in ihre Obhut, pfle­gen und betreuen sie, bis sie einen neuen Besitzer gefun­den haben. Die Nachkon­trolle bei bere­its ver­mit­tel­ten Tieren ist eben­falls wichtig. Diese übern­immt entwed­er das Tier­heim, in dem das Tier adop­tiert wurde, oder der dazuge­hörige Tier­schutzvere­in. Auf Basis von Hin­weisen aus der Bevölkerung kon­trol­lieren sie auch die Zustände der Tiere vor Ort und han­deln, wenn es nötig ist. Oft­mals arbeit­en Tier­schutzvere­ine mit dem Vet­er­inäramt zusam­men, um not­falls Tiere aus schlechter Hal­tung zu befreien.

Das Ein­fan­gen von Wildtieren – auch ver­wilderten Hauskatzen – gehört eben­falls zu den Auf­gaben­bere­ichen des Tier­schutzes. Diese Arbeit ist wichtig und notwendig, da es immer noch sehr viele Stre­unerkatzen in Deutsch­land gibt. Ver­let­zte Katzen in der freien Wild­bahn wer­den umge­hend zum Tier­arzt gebracht und ver­sorgt. Ist kein Besitzer aus­find­ig zu machen, wird das Tier neu ver­mit­telt. Bei Wildtieren wer­den meist Förster oder Jäger hinzuge­zo­gen, anschließend wer­den die Tiere entwed­er zur weit­eren Ver­sorgung in eine spezial­isierte Wildtier­sta­tion gebracht oder direkt wieder aus­gewil­dert. Schw­er ver­let­zte Tiere erlöst der Jäger vor Ort. Tier­schutzvere­ine übernehmen im Einzelfall die Kosten für Kas­tra­tio­nen von halb­wilden Stre­unerkatzen, welche von Anwohn­ern gefüt­tert und ver­sorgt wer­den, deren medi­zinis­che Ver­sorgung für die Men­schen aber zu teuer wäre. Kas­tra­tio­nen sind ger­ade bei Stre­unern beson­ders wichtig, um eine unkon­trol­lier­bare Ver­mehrung der Tiere zu ver­mei­den.

Alex S. - Aufgaben des Tierschutzes RatteZiele des Tierschutzes

Das ober­ste Ziel der meis­ten Tier­schut­zor­gan­i­sa­tio­nen ist die Ver­mit­tlung der Tiere in ein art­gerecht­es Zuhause, zudem haben die Abschaf­fung von Tierver­suchen und Massen­tier­hal­tung hohe Pri­or­ität. Proteste für den art­gerecht­en Umgang mit Tieren, zum Beispiel die Schlach­tung aller Tiere aus­nahm­s­los unter aus­re­ichen­der Betäubung oder ein art­gerechter Trans­port von Nutztieren, wer­den mehrmals jährlich organ­isiert. Meist haben Vere­ine eine gewisse Spezial­isierung, beispiel­sweise auf die Ver­mit­tlung von Haustieren oder die art­gerechte Hal­tung von Nutztieren. Ein allen Vere­inen am Herzen liegen­der Punkt, der seit Jahren immer wieder im Gespräch ist, ist die Umset­zung eines aus­re­ichen­den, detail­liert­eren und verbesserten Tier­schutzge­set­zes.

Tier­schutzvere­ine, -organ­i­sa­tio­nen, Tier­heime und pri­vate Tier­schützer leis­ten einen nicht wegzu­denk­enden und wichti­gen Beitrag in unser­er Gesellschaft: Sie treten für die Rechte der Tiere ein und helfen, wo es ger­ade nötig ist. Meist tun sie dies ehre­namtlich in ihrer Freizeit, was großen Respekt ver­di­ent. Den­noch soll an dieser Stelle nicht uner­wäh­nt bleiben, dass nicht jed­er, der sich Tier­schutz auf die Fahne schreibt, auch solchen betreibt. Falsch ver­standene Tier­liebe, Prof­it­gi­er, die sich hin­ter dem ange­blichen Ehre­namt ver­steckt, Unwis­senheit und manch­mal Real­itätsver­lust seit­ens der Tier­schützer, in Aus­nah­me­fällen Extrem­is­mus, über­schat­ten lei­der die Ide­olo­gie und das Engage­ment jen­er, die den ser­iösen und für unsere tierischen Fre­unde so wichti­gen Tier­schutz betreiben.

Autor: Sarah H.
Bilder: Alex S.

erschienen in TierZeit Aus­gabe 7
15. Dezem­ber 2013

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